Der ist dann auch weg …

Heute bei Roland Tichy gelesen, dass Harald Martenstein beim Tagesspiegel rausgeflogen ist. Harald Martenstein war noch der letzte brillant schreibende Mohikaner in der Systempresse, von dem ich seit vielen Jahren immer wieder gern was gelesen habe. Auch ein hervorragender Erzähler, nicht linientreu, sondern Selbstdenker. Alle anderen Kolumnisten und Autoren, deren Artikel mich gelegentlich dazu verführt haben, mal in Tageszeitungen und Zeitschriften zu blättern, die man sonst nur in die Tonne treten kann, weil überall derselbe Quatsch drinsteht, sind sowieso längst aus den Redaktionen verschwunden. Klonovsky, Fleischhauer, Wendt, Broder, Roland Tichy natürlich usw. usf. Gut, aber niemand hätte solch ein gleichförmiges Presseorgan noch abonniert, nur weil da ein bestimmter Autor oder Kolumnist ab und zu mal gegen den Strich schreiben darf. Der Trend zur Gleichschaltung und ideologischen Säuberung in den offiziösen Medien scheint ohnehin unaufhaltsam, obgleich man sich in einigen Redaktionen vermutlich noch bemühen wird, eine Art betreuter Meinungspluralität zu simulieren, in gewissen Grenzen natürlich, denn man darf schließlich kein Wasser auf die Mühlen …
Andererseits kann es für die freien Medien wiederum nur von Vorteil sein, wenn ein Harald Martenstein vielleicht bei einem reichweitenstarken Portal wie Tichys Einblick oder der Achse des Guten oder anderswo schreibt, wo er mit Sicherheit sein dankbares neues Publikum finden würde.

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